Du willst Cannabis konsumieren, aber nicht als Blüte im Joint oder in der Bong, sondern als Konzentrat, also quasi die „Essenz“ der Pflanze. Genau da kommt Cannabis Dabbing ins Spiel. Beim Dabbing (oder „Dabben“) verdampfst du ein hochkonzentriertes Cannabisextrakt auf einer heißen Oberfläche und inhalierst den Dampf. Kein klassisches Rauchen, keine Blüte, sondern ein mini-kleiner Klecks Konzentrat, der dich dafür ziemlich schnell und stark trifft.
Viele vergleichen Dabbing mit einem Espresso-Shot im Vergleich zu normalem Kaffee. Gleiche Richtung, aber viel konzentrierter und eben auch nicht für jeden gleich entspannt.
Was sind Dabs eigentlich?
Wenn Leute von „Dabs“ reden, meinen sie damit einfach Cannabis-Konzentrate. Also Extrakte, bei denen man die spannenden Teile der Pflanze, vor allem Cannabinoide wie THC oder CBD und die Terpene für Geschmack und Aroma, aus dem Pflanzenmaterial herauslöst und stark verdichtet. Am Ende bleibt kein „Kraut“ übrig, sondern ein kleines, sehr potentes Wirkstoff-Paket.

Woraus bestehen Dabs?
In den Blüten sitzt der Großteil der Wirkstoffe in den Trichomen (diese kleinen Harzdrüsen). Bei Dabs werden genau diese Inhalte konzentriert. Deshalb reicht oft schon ein winziger Klecks, um eine Wirkung zu spüren, die mit normalen Blüten nur schwer zu vergleichen ist. Geschmacklich ist das ähnlich: weniger „Pflanze“, mehr reines Aroma.
Welche Arten von Dabs gibt es?
Je nachdem, wie man das Extrakt herstellt und welches Material benutzt wird, kommen verschiedene Konsistenzen raus. Wax, Budder oder Crumble sind eher weich bis krümelig. So ein bisschen wie Wachs, Butter oder cremiger Honig. Shatter ist das Gegenteil: hart, glasig, bricht wie eine dünne Zuckerplatte.
Dann gibt es Rosin, Hash Rosin und Live Rosin. Die werden ohne Lösungsmittel nur mit Hitze und Druck gepresst. Viele feiern das, weil es als besonders „clean“ und nah am natürlichen Terpenprofil gilt. BHO (Butane Hash Oil) entsteht dagegen mit Butan als Lösungsmittel. Das kann extrem potent sein, ist aber nur eine gute Idee, wenn es wirklich sauber und professionell hergestellt wurde. Sonst willst du die möglichen Rückstände nicht in der Lunge haben.
Und ganz oben im „Reinheits-Regal“ findest du THC-A-Kristalle oder sehr klare Öle. Das ist praktisch Cannabis in Reinform: kaum Pflanzenreste, kaum Ballaststoffe, nur Wirkstoff.
Warum sind Dabs so anders als Blüten?
Weil sie eben konzentriert sind. Bei Blüten inhalierst du immer auch Pflanzenmaterial und bekommst die Wirkstoffe „mit Streuung“. Bei Dabs kommt fast nur das, weswegen du überhaupt konsumierst. Das macht sie intensiver im Geschmack, schneller in der Wirkung und deutlich stärker pro Zug. Genau deshalb sind Dabs eher was für Leute, die wissen, was sie tun – oder zumindest langsam rantasten, statt direkt den Helden zu spielen.

Wie funktioniert Dabbing grundsätzlich?
Ganz simpel: Du erhitzt einen Teil deines Geräts, meistens heißt der „Nail“ oder „Banger“, auf eine richtig hohe Temperatur. Dann gibst du eine kleine Menge Konzentrat drauf. Das schmilzt sofort, verdampft direkt, und du ziehst den Dampf ein.
Das Ganze geht ziemlich schnell. Du musst nicht erst was anziehen, abbrennen lassen oder ewig ziehen. Ein Dab ist oft ein Zug und fertig. Die Wirkung kommt fast sofort.
Was ist ein Dab Rig?
Ein Dab Rig ist im Grunde die Konzentrate-Version einer Bong. Vom Aussehen her sieht es oft ähnlich aus, aber es ist dafür gebaut, Dabs möglichst effizient zu verdampfen. Deshalb sind Rigs meistens etwas kleiner und kompakter als klassische Bongs: Beim Dabbing willst du ja nicht, dass dein kostbares Konzentrat an ewig viel Glasfläche hängen bleibt, sondern direkt in der Lunge landet. Das Rig hat wie eine Wasserpfeife eine kleine Wasserkammer, ein Mundstück zum Ziehen und den eigentlichen Anschluss für den „Kopf“, nur dass dieser Kopf eben kein Kräuterkopf ist.
Wie ist ein Dab Rig aufgebaut?
Der Kern eines Dab Rigs ist das Glasgerät selbst, also die Basis mit Wasser und Mundstück. Seitlich oder oben sitzt dann der Nail oder Banger. Das ist die heiße Oberfläche, auf die du dein Konzentrat gibst. Je nach Setup besteht der Nail aus Quarzglas, Titan oder Keramik. Titan hält Hitze sehr gut aus und ist praktisch unkaputtbar, Quarz ist geschmacksneutral und beliebt für „cleanen“ Flavor, Keramik liegt irgendwo dazwischen.
Damit du die winzigen, klebrigen Dabs überhaupt sauber dosieren und platzieren kannst, brauchst du einen Dabber. Das ist ein kleines Werkzeug, meistens aus Metall, manchmal aus Glas oder Keramik. Ohne Dabber wäre das Ganze eine ziemlich schmierige Angelegenheit, weil Konzentrate einfach überall kleben außer da, wo du sie haben willst.
Viele nutzen außerdem eine Carb Cap. Das ist so etwas wie ein kleiner Deckel, den du nach dem Auftragen auf den Banger setzt. Die Carb Cap reguliert den Luftstrom und sorgt dafür, dass das Konzentrat bei etwas niedrigeren Temperaturen gleichmäßiger verdampft. Das Ergebnis ist mehr Dampf, besserer Geschmack, weniger Risiko, dass du Terpene sofort wegbrätst.
Klassisch oder elektrisch?
Traditionell wird ein Rig mit einem Butanbrenner erhitzt. Du heizt den Nail auf, wartest kurz, bis er nicht mehr komplett überhitzt ist, und dabbst dann. Wer es entspannter und konstanter mag, greift zu einem E-Nail oder einem elektrischen Setup. Da stellst du die Temperatur einfach ein wie bei einem Verdampfer, musst nicht mit dem Brenner hantieren und bekommst sehr reproduzierbare Ergebnisse. Gerade wenn man öfter dabbt oder auf Geschmack achtet, ist das für viele die bequemere Lösung.

Warum machen Leute überhaupt Dabbing?
Dabbing ist beliebt, weil:
- Die Wirkung sehr stark und sehr schnell kommt. Konzentrate haben viel mehr THC oder CBD als Blüten. Deshalb reicht ein mini-kleines Stück.
- Aroma und Terpene richtig knallen können. Vor allem bei Sachen wie Live Rosin schmeckt das oft super intensiv. So, als würdest du den Strain in HD erleben.
- Du brauchst weniger Material. Ein Dab kann so viel Wirkung haben wie mehrere Züge am Joint.
- Es ist irgendwie ein eigenes Ritual. Gear, Setup, Temperaturen, verschiedene Konsistenzen: für viele ist das so ein Nerd-Ding, aber im positiven Sinn.
Wie fühlt sich ein Dab an?
Das hängt extrem vom Konzentrat ab, aber ein paar Sachen sind typisch:
- Wirkung kommt sehr schnell. Oft merkst du es nach wenigen Sekunden.
- Der Peak ist steiler. Viele fühlen beim Dabben eher so ein „Boom“-High als ein langsames Hochkommen.
- Kann sehr intensiv sein. Auch körperlich. Manche lieben es, manche finden es zu viel.
Wenn du nur kleine Mengen THC gewohnt bist, kann ein Dab dich wirklich überrollen. Deshalb lieber zu wenig als zu viel. Denn nachlegen geht immer, aber ein zu harter Dab kann dir die nächsten zwei Stunden komplett zerschießen.

Gibt es Risiken beim Dabbing?
Dabbing ist nicht automatisch gefährlich, aber es hat ein höheres Risiko als Blüten. Einfach wegen der Potenz und weil Extrakte nicht immer sauber sind.
Überdosierung geht schnell
Ein Dab sieht nach nix aus, aber kann dich in eine komplett andere Galaxie schießen. Gerade Anfänger unterschätzen das massiv.
Zu hohe Temperaturen = harter Dampf
Wenn du zu heiß dabbst, schmeckt es kratzig, Terpene verbrennen und der Dampf kann die Lunge reizen. Dann hustest du dir einen weg und fragst dich, warum du dir das antust.
Qualität der Konzentrate ist wichtig
Wenn Konzentrate schlecht hergestellt oder verunreinigt sind (Rückstände, Pestizide, irgendwas gestrecktes Zeug), wird es schnell unangenehm und potenziell ungesund. Deshalb sind getestete Produkte so wichtig.
Hohe THC-Power ist nicht für jeden cool
Wer zu Angst neigt, psychisch sensibel ist oder Cannabis selten konsumiert, kann durch Dabbing eher negative Trips bekommen. Und ja: bei sehr häufigem Konsum steigt generell auch das Risiko für Abhängigkeit und psychische Probleme.
Heißt nicht „niemals dabben“, aber: Dabbing ist eher die Oberliga, nicht das Einsteigertraining.
Für wen taugt Dabbing – und für wen eher nicht?
Dabbing kann eine Option für dich sein, wenn du:
- schon Erfahrung mit Cannabis hast
- Potenz gut einschätzen kannst
- Bock auf intensiven Geschmack hast
- Zugang zu sauberen, getesteten Konzentraten hast
Nicht ideal ist es, wenn du:
- Anfänger bist
- THC schlecht verträgst
- Angst/Paranoia bei starken Sorten bekommst
- nur dubiose Extrakte aus irgendwelchen Quellen bekommst
Da ist ein Vaporizer mit Blüten oder ein milder Joint oft die bessere Wahl.